27. Bundestagung der Kreishandwerkerschaften

Die Bundestagung 2018 fand in der Zeit vom 10. bis 12. Juni in der Bundeshauptstadt statt, wo sich die Repräsentanten der Kreishandwerkerschaften aus ganz Deutschland zu ihrem 27. Jahrestreffen einfanden. Rd. 120 Teilnehmer widmeten sich dabei am Montag und Dienstag einem umfangreichen Themenkatalog, der im Wesentlichen unter dem Thema "Nach der Bundestagswahl" und der Frage stand, wie eine Kreishandwerkerschaft im Jahre 2025 aussehen soll(te). 

Anstelle des kurzfristig verhinderten Christian Lindner MdB, Bundesvorsitzender der FDP und Vorsitzender der Fraktion der FDP im Deutschen Bundestag, vermittelte der arbeitsmarkt- und rentenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der FDP in Nordrhein-Westfalen, Johannes Vogel MdB, seine Einschätzung, wohin der politische Weg in dieser Legislaturperiode führen wird. Dabei wies er insbesondere daraufhin, dass vor allem die Rentenpolitik der Bundesregierung die nachfolgenden Generationen spätestens ab dem Jahre 2030 vor nicht gelöste Finanzierungsprobleme stellen wird.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, analysierte den Koalitionsvertrag und die ersten politischen Maßnahmen der Bundesregierung. Dabei schloss er sich u.a. der Bewertung der Rentenpolitik durch seinen Vorredner an. Darüber hinaus ging er auch auf die Wiedereinführung des Meistervorbehalts für Berufe der Anlage B1 der Handwerksordnung sowie einige weitere, für das Handwerk besonders bedeutsame Themen ein.

Jürgen Hohnl, Geschäftsführer der Gemeinsamen Interessenvertretung der Innungskrankenkassen (IKK e.V.), stellte danach auf die sozialpolitischen Aspekte ab. Dabei sprach er einzelne Gesetzesvorhaben an, wobei u.a. die erkennbare Schwächung der Selbstverwaltung ebenso im Fokus seiner Ausführungen stand wie die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Aufgrund der überwältigenden Resonanz auf das Workshop-Thema "Wie eine Kreishandwerkerschaft im Jahre 2025 aussehen soll(te)" entfielen die übrigen für den Montagnachmittag vorgesehenen Workshops zugunsten einer zentralen Veranstaltung im Plenum. Geschäftsführer Andreas Fabri (Bundesarbeitsgemeinschaft) und Hauptgeschäftsführer Paul Neukirchen (Kreishandwerkerschaft Niederrhein) erläuterten nach einer Analyse der aktuellen Situation, warum nicht Dienstleistung, sondern Interessenvertretung die wichtigste Aufgabe einer Kreishandwerkerschaft ist und welche Möglichkeiten bestehen, diese Aufgabe erfolgreich zu bewältigen. Insbesondere verwiesen sie auf die Notwendigkeit, sich als Kreishandwerkerschaften neu aufzustellen, um letztlich auch für (potentielle) Mitglieder attraktiver zu werden. Ergänzend dazu präsentierten die Kreishandwerkerschaften Coesfeld, Hauptgeschäftsführer Ulrich Müller, und Aachen, Hauptgeschäftsführer Ludwig Voß, digitale Arbeitsmittel, mit denen unterschiedlichste Inhalte kommuniziert werden können.

Abgerundet wurde der Montag durch ein gemeinsames Abendessen im Brauhaus "Maximilian's".

Anknüpfend an die Erörterungen der letzten Tagungen referierte Dr. Christoph Schleer vom SINUS Institut in Berlin am Dienstagmorgen zum Thema "Wie ticken Jugendliche - Lebenswelten im Alter von 14 bis 17 Jahren". Nach Vorstellung der Grundlagen der Studie präsentierte er, angereichert um einige Beispiele in Bild und Ton, die sieben Lebenswelten und ihre spezifischen Merkmale, denen Jugendliche - mit fließenden Grenzen - zugeordnet werden können. Sie im Rahmen der Nachwuchsgewinnung zu berücksichtigen, soll eine differenzierte und damit sehr genaue, zielgruppengerechte Ansprache ermöglichen.

Mit einer allgemeinen Aussprache zu verschiedenen Themen endete die 27. Bundestagung am Dienstagmittag.

Impressionen der 27. Bundestagung finden Sie in der nachfolgenden Bildergalerie.

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